will & loona schreiben...

"Wenn man mich fragt, warum ich reise, antworte ich: Ich weiß wohl, wovor ich fliehe, aber nicht, wonach ich suche."

Michel de Montaigne
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Liebe N.,

war es Dein Anruf, den ich letzte Nacht verpaßte? Mir will es so scheinen. Leider sind die Gänge auf dem Schloß lang, ganz im Gegensatz zu den Telefonschnüren.

Ich habe hier alles, was mein Herz begehrt: Ritterrüstungen, verwunschene Brunnen, jede Menge dienstbeflissenes Personal. Nur die alten Gespenster, auf die könnte ich gut und gerne verzichten.

Wenn die Rosenhecke entlaubt ist und wieder Tageslicht hereinkommt, frische Luft und Mondstaub werden wir uns wiedersehen. Man munkelt, das Denkreich eröffne am 17. Oktober.

Froschköniginnengrüße komma herzliche sendet

F.
loona am 6.9.06 16:08


Liebe F.,

es sind die Nächte, weil sie schwarz und still und einsam sind. Weil keine Singvögel in den Bäumen hängen, und nur der Mond Licht spendet. Die Sterne kennen meinen Schatten längst, und keine Waldfee in Sicht, die mir drei Wünsche anbieten würde. Durch diese Stille flüstert der Wind leise Botschaften, und alle tragen deine Unterschrift.
Schlaf gut und träume von deinen Strandkörben rund um die Welt. Sie sind ein gutes Ziel.

Schlaflos,

N.
will am 21.8.06 00:43


Liebe N.,

die Nordsee tut so gut. Endlich den Stadtmief hinter sich gelassen zu haben, den fließenden Verkehr, das Telefon! Atme die Freiheit in meinem kleinen Mietstrandkorb, vor mir das Meer. Vor ein paar Stunden jedenfalls noch.

Die Firma werde ich verkaufen, wenn ich wieder zurück bin, soviel steht fest. Vielleicht reicht es ja für einen eigenen Strandkorb. Oder ein paar mehr. Einen an der Nordsee hier, einen am Hudson, irgendwo Höhe Vanderbilt Mansion, einen an der Seine und einen an der Maas. Wenn Du hier wärst, Du würdest mich wieder auslächeln. Jawohl, auslächeln. Deine Nachsicht mit meinen spinnerten Ideen ist mein Glück.

So darf ich Dir weiterhin Postkarten schreiben. Heute mal mit Heuler. Also... auf der Vorderseite.

Herzliche & lächelnde Grüße

F.
loona am 12.8.06 06:44


Köln, mein Köln! Dein Großstadtgeruch mixt sich aus Imbiß, Abgas und Urin, jeder Blick in eine Seitenstraße legt Lädchen und Cafés und Galerien offen. 80er-Jahre-Glasoktagon an Jugendstil-ähnlicher Fassade (Zeughausstraße). Das bist Du, mein Köln.

Gönne mir den schlendernden Schritt der ziellosen Touristin und den zärtlichen Blick der Rückkehrerin, die Dich nach Vetrautem und Verändertem absucht. Pulsierst mich durch Menschenmengen und Geschäftsstraßen, (nur bei Dir kann es ein Jupp-Schmitz-Plätzchen geben!), kehre kurz hier und da ein und mache einen Termin bei meinem Lieblingsfriseur. Entdecke Modernes Antiquariat einen Steinwurf vom Gloria entfernt und kaufe e-commerce-Guide und eine Bi(bli)ographie von Katherine Mansfield. Weil sie so handlich klein ist. Genieße NyamNyam-Thai-Fast Food und lasse mir da gerne Wellness, Health und Lifestyle vorgaukeln, während ich aus dem schmalen Laden in Dein überfülltes Dekolletee schaue. Im Straßencafé dann huldige ich Dir, mein Köln, bis mir vom Zigarrenrauch am Nachbartisch schlääsch wird.
loona am 11.8.06 11:15


mit dir zu verreisen hieße
leere räume zu besuchen
die auch du nicht füllst

du brichst das schweigen und
damit unser gleis
das auch du nicht schweißt

herauszufinden
wer von uns lok ist
und wer weichensteller
wäre angesichts der katastrophe
nichts als eine weitere
sinnlose reise

ich steige aus.
loona am 8.8.06 11:23


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